Der Kurs befasst sich mit kulturellen Aspekten des Krieges zwischen 1618 und 1815, wie den Überzeugungen und Emotionen von Soldaten (wussten Sie, dass die härtesten Soldaten des 18. Jahrhunderts absolut davor zurückschreckten, feindliche Soldaten tatsächlich zu töten?), der Rolle der Musik auf dem Schlachtfeld (es war eigentlich sehr schwierig, sie überhaupt zu hören...) bis hin zu kulturellen Bildern des Krieges (wussten Sie, dass eines unserer beliebtesten Weihnachtslieder ursprünglich einen genozidalen englischen Feldzug in den schottischen Highlands feierte?). Wir werden uns auch mit den Kulturen der verschiedenen Armeen (in der Tat sehr unterschiedlich) sowie mit Begriffen wie Ehre, Großzügigkeit und Barmherzigkeit (ja, diese gab es!) befassen. Wir werden Vorlesungen hören und zentrale Quellen zu den verschiedenen Aspekten durcharbeiten, die von seltenen Soldatenbriefen bis hin zu bekannten Kunstwerken reichen. Wir werden auch tief verwurzelte Stereotypen wie die „Demokratisierung“ der Kriegsführung durch die Französische Revolution und Napoleon oder den humanen Charakter der Aufklärung hinterfragen.
Dr. Sascha Rolf Möbius ist Militärhistoriker und spezialisiert auf die kulturellen Aspekte der frühneuzeitlichen Kriegsführung. Sein gemeinsam mit seiner Frau Katrin geschriebenes Buch „Prussian Army Soldiers and the Seven Years War. The Psychology of Honour“ wurde in allen relevanten Fachzeitschriften hoch gelobt, zudem ist er Herausgeber von Band 4 (Zeitalter der Aufklärung) von Bloomsburys „Cultural History of War“. Er blickt auf zwanzig Jahre universitäre Lehre mit exzellenten Evaluationen und zwei Lehrpreisen zurück.